ZUKUNFT DER FORSCHUNG UND FORSCHUNG FÜR DIE ZUKUNFT

Öffentlicher Online-Workshop im Rahmen der Berlin Science Week 2020

Am 5. November 2020 nahmen interessierte Bürger*innen an unserem Online-Workshop „Zukunft der Forschung und Forschung für die Zukunft“ im Rahmen der Berlin Science Week 2020 teil. In dem zweistündigen Chancendialog diskutierten die Teilnehmer*innen untereinander und gemeinsam mit uns, wie die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zukünftig aussehen kann und aussehen soll. Denn eines steht fest: Nicht-Wissenschaftler*innen werden in Forschungsprozessen eine wichtige, wenn nicht gar zentrale Rolle spielen und ihre Perspektiven einbringen, um zur Gestaltung einer wünschenswerten Zukunft beizutragen. Unseren Flyer zur vergangenen Veranstaltung finden Sie hier.

Der Chancendialog bestand aus einer Reihe von abwechslungsreichen, interaktiven Formaten. Lale Antinalana eröffnete die Veranstaltung mit einer Vorstellung unseres Forschungsprojekts „Transferwissenschaft“. Danach führte Prof. Dr. Martina Schraudner (Leiterin des Fachgebietes „Gender und Diversity in der Technik und Produktentwicklung“ an der TU Berlin, Leiterin des CeRRI des Fraunhofer IAO und Mitglied im Vorstand der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) mit einer Grußbotschaft in die Thematik des Chancendialogs ein. In dem Video betonte Martina Schraudner, dass die Zukunft der Forschung und des Innovationssystems wesentlich vom Transfer von Wissen zwischen unterschiedlichen Akteur*innen gestaltet werde. Formate wie die Berlin Science Week leisteten dazu einen wichtigen Beitrag. Sehen Sie sich die Grußbotschaft im Videofenster oder hier in voller Länge an.

Auf die Grußbotschaft folgten mehrere Diskussion-Sessions, die von unseren Mitarbeiter*innen Lale Antinalana, Carla Pelzeter, Henriette Ruhrmann, Caro Stoeckermann, Leonie Terfurth und Konstantin Kiprijanov moderiert und begleitet wurden. Die Grundlage für Diskussionen bildeten drei Szenarien, die mit Illustrationen und Narrationen eine Reihe von Fragen aufwarfen und so für einen spannenden Einstieg in die Debatten sorgten: Zu welchen Forschungsthemen können Wissenschaftler*innen und Nicht-Wissenschaftler*innen zusammen forschen? Wie soll Forschung zukünftig finanziert werden? Was folgt aus Open Data und Open Science? Und welche Verantwortung trägt die Forschung gegenüber der Gesellschaft? Mehr Informationen zu den Szenarien sowie eine Broschüre zum Herunterladen finden Sie hier.

Am Ende der Veranstaltung fassten Lale Antinalana und Konstantin Kiprijanov die wichtigsten Ergebnisse der Diskussionen zusammen. So warfen Teilnehmer*innen etwa die Problemstellung auf, wer in Zukunft überhaupt einen Zugang zur Forschung haben werde: Wird es für Bürger*innen einfacher oder schwieriger, an Forschungsprozessen teilzunehmen? Benötigen wir dazu neue Kompetenzen wie etwa Data Literacy, wenn Forschungsdaten für alle zugänglich werden? Wird es weiterhin Bevölkerungsgruppen geben, die kein Interesse haben, an Forschungsprozessen teilzuhaben? Wie können Qualitätsstandards für eine intensive Beteiligung der Bürger*innen etabliert und institutionalisiert werden? Zudem betonten die Teilnehmer*innen häufig, dass Forschung zukünftig eine stärkere Missionsorientierung benötige, aber auch stärker an Bedarfen der Gesellschaft orientiert sein sollte. Zugleich wurde dieser Wunsch kritisch hinterfragt: Welche Gruppen gibt es innerhalb der Gesellschaft und existierten innerhalb dieser Gruppen nicht konkurrierende und widerstreitende Bedarfe? Was folgt aus einer bedarfsorientierten Forschung? Steht nicht zu befürchten, dass langfristig die Vielfalt der Forschungsaktivitäten und -themen verloren geht? Diese Auswahl steht exemplarisch für eine sehr lebhafte Diskussion, die wissenschaftlichen Akteur*innen den Auftrag mit auf den Weg gibt, ihre wissenschaftliche Praxis aus einer gesellschaftlichen Perspektive zu reflektieren.

Auch unser Projekt „Transferwissenschaft“ möchte die laufende Forschung nicht nur sichtbar und transparent machen, sondern im Sinne der Transdisziplinarität auch Nicht-Expert*innen zu Wort kommen lassen: Im weiteren Verlauf des Projekts werden die Ergebnisse des Chancendialogs in unsere Forschung einfließen und an Entscheidungsträger*innen in Politik und Wissenschaft weitergeleitet. So stellen wir sicher, dass wir die Interessen und Bedarfe von Transferakteur*innen nicht bloß abstrakt abbilden, sondern konkret in unsere Arbeit integrieren.

Für 2021 planen wir weitere Veranstaltungen dieser Art – informieren Sie sich regelmäßig auf unserer Webseite! Sie haben Fragen zu unserem Forschungsprojekt oder möchten mit uns über Transfer diskutieren? Dann kontaktieren Sie uns! Nutzen Sie das Kontaktformular oder schreiben Sie eine Nachricht an den Leiter des Verbundprojekts Dr. Florian Schütz. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.